Montag, 12. März 2012

...in stillem Gedenken...

...an unser Ferkel...



...vor 2 Wochen haben wir unser geliebtes Ferkel verloren...vor 10 Jahren haben wir unseren Kater, damals 5 Monate alt, von der Strasse aufgelesen und ihm ein Heim gegeben. Die Familie lebte damals zeitbegrenzt im Ausland in Polen direkt an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Tiere dort sich selbst überlassen sind. Niemand kümmert sich um sie, damals hatten die Menschen selbst nicht wirklich viel zum leben. Polen war damals noch nicht in der EU und man konnte den Kommunismus noch an jeder Ecke sehen. Das Schicksal unseres Katers wäre mit Sicherheit gewesen, in einem der harten Winter dort frühzeitig zu sterben oder überfahren zu werden. Es war immer wieder erstaunlich zu sehen, mit welchem Geschick viele Hunde und Katzen den Tücken des Strassenverkehrs standhalten konnten, jedenfalls die meisten von ihnen.

...vor 8 Jahren zog die Familie ins Saarland an die französische Grenze. In dieser Zeit machte unser Kater, den wir Ferkel tauften (nach dem Winnie Pooh Ferkel, das immer so ängstlich ist, wenn es an der Tür klopft und sich unter dem Bett versteckt) seine ersten Erfahrungen mit dem Freigang. Die Familie lebt ländlich im Aussenrandbezirk einer kleinen Stadt. Ferkel wurde am vormittag raus gelassen und sein Magen befahl ihm spätestens um die Mittagszeit heimzukommen...nachmittags blieb er dann daheim, weil die Gefahr zu groß war, dass er vielleicht abgelenkt von Spiel und Jagd die Zeit vergisst und zum Abend und Nacht nicht mehr heimkommt. Seine frühkindlichen Erfahrungen mit den polnischen Strassen haben ihn immer vor Unfällen bewahrt...bis diesen Montag war alles gut.

Am vormittag kam dann plötzlich klägliches Jammern, Anja konnte ihn aber nicht sofort finden. Seinen rufen folgend entdeckte sie ihn dann im Nachbargarten. Er lag auf dem Rasen und stand nicht auf. Mein herz fing sofort an zu rasen. Anja ist aus dem Haus zu den Nachbarn, hat Sturm geklingelt...keiner da. Sie ging zum Aussenzaun des Nachbargrundstücks, hatte aber keine Möglichkeit in den Garten zu gelangen. Sie sprach mit ihm und sagte sie würde kommen und helfen, er blieb liegen. Anja hat sich dann von unserem Grundstück aus durch eine 18 cm breite Zaunlücke gequetscht, Ferkel robbte sich mit den Vorderbeinen in ihre Richtung. Sie nahm ihn hoch und hielt ihn über den 150 cm hohen zaun und quetschte sich erneut in den Garten zurück. Sie legte ihn auf den Teppich im Flur, holte aus dem Keller meine Transportbox, weil größer und fuhr gleich runter zum hiesigen TA. Anja musste die Box über die Rezeption heben und unser Ferkel wurde ohne Familienbeistand in den Behandlungsraum gebracht. Anja wollte mit aber man ließ sie nicht. Eine Stunde verging, man sagte er sei in Narkose und man würde röntgen. Erst nach einer Stunde gab man zu, dass man ihn aufgrund des Schockzustands nicht in Narkose bekomme, der Kater sei mega aggressiv, röntgen nur mit dicken Lederhandschuhen und Gewalt. Man ließ Anja dann rein. Ferkel entspannte sich sofort, legte sein kKpfchen in ihre Hand. Dann die niederschmetternde Diagnose...Querschnittlähmung. Ob dauerhaft oder vorübergehend müsse ein CT klären, man schickte sie in eine Klinik nach Trier. dort wurde sofort ein Venenzugang gelegt und narkotisiert...alles ohne Probleme. Weitere 2 Stunden des Wartens...

...dann endlich kam der Arzt. Bis dahin waren wir alle von einem Unfall ausgegangen. Jetzt erfuhren wir...Ferkel hatte gar keinen Unfall...Anja und Lisa ahnten, dass sie sich darüber nicht freuen durften. Die Diagnose Ischämische Myopathie infolge einer Aortenthrombose. Die Aorta war von der Brust ab nach hinten total verstopft, die Hinterbeinchen schon kalt und blau. Ferkel wurde dort noch in Narkose befindlich eingeschläfert. Mit den Nerven am Ende fuhren sie mit ihm Heim, am nächsten Tag hat er im Garten seine Ruhestätte an einem sonnigen Plätzchen gefunden…in unserem Herzen wird er weiterleben…Euer UNI WINZIG

1 Kommentar:

  1. och, wie traurig, schluchtz!
    Mein herzliches Beileid!

    Ich musste unsere Schäferhündin vor drei Jahren einschläfern lassen sowas vergisst man nie - ich kann ahnen wie´s euch geht!

    Das tut mir so leid.

    Mein Leo, der dem Uni Winzig facebook Bild sooo ähnlich sieht, hat mich auf diese Seite aufmerksam gemacht! Er kam von Griechenland und hat dort wohl auch so seine schlechten Erfahrungen gemacht. Jetzt geht es ihm gut und ich hoffe er darf noch lange bei mir sein!

    In diesem Sinne alles Gute

    Kerstin R. aus Bayern

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